22ter März 2002

Ich sprach heut in der Früh mit einem offenbar geistig Verwirrten.

Sparkasse Der Mann war sich sicher, daß der Abriss erst der Anfang vom Ende sei. Ohne Ende, kein Anfang. Jetzt soll dies doch das Ende sein!?
Er glaube nicht an einen Neubau. Diese Höllenmaschinen würden, auf Grund ihrer enormen Gier, irgendwann außer Kontrolle geraten und nachdem sie die Steuermänner wie Fliegen aus ihren Führerhäusern geschnippt hätten, wären sie endlich frei, das zu tun, wonach ihnen schon immer das Herz begehrte. Unkontrollierte Zerstörung!
Heute Süchteln, morgen Viersen und übermorgen die Landeshauptstadt, wobei es um manches Gebäude freilich nicht schade wäre.
Desweiteren traf ich vor Ort den Spaten-Macher Herbert Pröll, der hier am Tage gut 400 Spaten umsetzt. Er verkauft auch Schüppen und Förmchen an Kinder, meist Lausbuben, weil, irgendwo müssen die Läuse im Kopf ja hin, (oder sind es Flausen).



Sparkasse
9 Uhr in Deutschland. Mal den Bagger abstellen! Mal raus aus dem Loch! Kaffee und Brötchen gibts nebenan bei Ulrike.


Sparkasse
Das ist sie nun, besagte Ulrike, die Frau von Scotty, Betreiberin der Baguetterie ZUM STADTTOR, an ihrem Arbeitsplatz.
Sie hat das absonderliche Geschehen den ganzen Tag direkt vor Augen, ein Umstand, der fast notwendig traumatisch belastet, zumal es ihr auf Grund dieser monumentalen Erdbewegung oft nicht mehr möglich ist, das Wechselgeld ruhig in Händen zu halten, geschweige denn, es abzuzählen.
Fragt man Sie, was man zu zahlen hat, dann winkt sie seit Tagen ab und sagt leise: IS OK SO.
Ich kann das verstehen. Besser nichts verlangen, als das man beim Wechselgeld womöglich noch draufzahlt.
Wie wird man Millionär? Ich glaub, Ulrike, du willst es gar nicht wissen.
Ich kann mit solchen Geschehnissen schlecht umgehen. Sie erwecken die gräßlichsten Schuldgefühle in mir, auch weil einer in mir ist, der, um es einmal krass zu sagen, nach kostenloser Beköstigung geradezu schreit wie ein im Strassengraben verendender Säugling.
Wie recht er doch hat! (im Grunde)
Ulrike ist einfach nur lieb.


Sparkasse
Wenn hier im Ort die Erde bebt
dann steht man erst so richtig auf, und lebt! (II)


Wer ist verantwortlich für den Schlauch?
Der Wassermann, mein Kind, der Wassermann.
Warum trägt der Wassermann einen weißen Plastikanzug?
Damit er nicht naß wird.
Warum heißt er dann Wassermann?
Weil er den Baggern den Staub nimmt.
Warum darf es nicht stauben?
Weil man dann husten muß.

Mein Bruder steht natürlich auch wieder in der ersten Reihe. (erste und letzte Glatze von rechts), aber, das liegt wohl in der Familie.



Sparkasse

Unersättlich!
Hier hilft oft schon der Blick in eine andere Richtung, solang sie von der einen toleriert wird.
Ulrike hat erzählt, das sie auch am Samstag bis in die Puppen abreißen werden, und jetzt, wo ich einmal dabei bin, kann mich nichts halten.

Weiter
zurück zur Auswahl
Home