17ter März 2002

8.30

Sonntag ists! Heute scheint selbst in Süchteln die Sonne!
Ich war noch gar nicht auf der Baustelle. Warum auch.
Sonntag ist Ruhetag. Nicht denken, nicht fühlen, einfach nur so, für sich, selbstgefällig dahinvegetieren.
Sonntag, das ist der Tag des sich sein lassens, ist Selbst-Aufgabe im Namen des Herrn, derweil einem das Eis zwischen den Fingern, allein schon aus physikalischer Notwendigkeit heraus, quasi zerschmilzt.
Ich habe ja nichts gegen Naturgesetze, solange sie mich dabei aus dem Spiel lassen. Womöglich lache ich deswegen auch so gerne über Jene, denen das Naturgesetz einen Streich gespielt hat. (Lahme, Krüppel, Blinde)
So manches Naturgesetz entlarvt sich bei näherer Betrachtung nämlich schnell als pure Deklaration.
Ich glaube nicht an mich, sondern an Gott. Ich bin das Neunte der zehn Gebote, wobei ich nicht mal weiß, was es gebietet.
Abendländische Denkstrukturen faszinieren mich seit jeher. Kein Wunder, wo ich doch ein echter Abendländer bin.


13.13

Soeben hat ein Aeroplan die Schallmauer durchbrochen. Meine Kaffeetasse bekommt Risse wie damals meine Frau bei der Geburt unseres Sohnes. Ein Raunen geht durch die Luft.
Eiscafe Bortolot, Terasse, Tisch 8. Hier gerate ich beim Bezahlen in Rechtfertigungsnot. Den fehlenden Cent kann ich mir unmöglich aus dem Rücken schneiden, aber, Morgen sei ja schließlich auch noch ein Tag, sagt man.
Das reißt automatisch ein weiteres Loch in den Krater der Psyche.
GEWISSEN-HAFT
( ) bitte das in Klammern lesen!
Morgen nehme ich die Kamera wieder mit!


14.26

Noch immer keine Wolke am Himmel.
Wärs dunkel, wärs sternenklar.
Ist aber hell, ist sonnenklar!
Der Verdacht indes, erhärtet sich.
Heute werden in Kevelaer übrigens wieder zwei Scheine heilig gesprochen.
Wallfahrt macht oft Sinn, weils nichts als den Schein wahrt.
Das lag mir förmlich auf der Zunge.



15.34

Heute gibts kein Bild!
Macht euch selbst eins!
Kopfbilder erstellen ist schwer...


17.04

Das kann übrigens auch Matthias
sehr gut.

18.36

Bei Jörg solltet ihr auch mal vorbeischauen.
Da ist noch VITA zum Mitnehmen drin! Und das Schöne daran ist, er nimmt mich auch manchmal mit.


19.07

Ich bin gerade mal an der Baustelle vorbeigeschlichen, im Wesen, die Katze.
Gespenstige Ruhe, vergifteter Blick. Verantwortung und Scheinheil geben sich hier die Hand, als küsste der Bruder die Schwester.
Umzäunte Vertrautheit. Die Welt liegt in Scherben. Ich dachte an Kafka, und dann ein bischen an Charis, die mich, mit ihrer Computergrafik, doch sehr beeindrukt hat.


20.00

TAGESSCHAU. Das übliche Dilemma und die Suche nach dem Ausweg.


20.15

TATORT, der Klassiker! Ich faule vor mich hin.
Jetzt doch noch ein Bild von Charis, bevor die fleißigen Arbeiter Bomben auf das Gebäude werfen.

Bild von Charito

Bald gibts Neues über den Bau!

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