27ter APRIL 2002

Die Traumstation

Sparkasse

Guten Morgen! Ich hoffe, die Herrschaften haben wohl geruht. Ich melde mich, auf Grund der unpässlichen Schieflage des Wetters direkt von meiner Traumstation.
Was ich mir tagsüber erträume, das ritze ich des Nachts halt in die Lochmaske meines Monitors. Broterwerbstätigkeit gerät, so gesehen, zur lästigsten Nebensache der Welt.
Wie sagt man so schön: Der Mensch braucht eine Aufgabe, etwas, wofür er sich ganz aufgibt. Womöglich gehen wir darum auch über Leichen.
Der Verunmöglichung freien Denkens folgt die Ehr für treue Dienste oft auf dem Fuße. Drum wird nicht gedacht, sondern gehofft.
Der nicht mehr frei denken kann, entwickelt schnell einen ätzenden Stolz und wird seinerseits alles daransetzen, freies Denken zu verhindern. Wer nicht denken kann, braucht Denker, die ihm den Weg weisen. Dies ist der Preis für die Stumpfheit. Was kostet die Welt?
Langläufer auf spitzhackigem Schuhwerk zertrampeln bewustlos das Land des Gemüses. Gehirne wie Quetschkommoden erobern verschämt die Erde und irgendwo verfärbt sich der Sinn ins Abstruse. Blaumaler malen grün, aus Rot wird schwarz. Es ist ein Lärmen ohne Ende, ein Faß ohne Boden, ein Kopf ohne Bauch und jetzt auch noch das.
Ein Sieg über die Dummheit bleibt so nur Spekulation.

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