18ter April 2002

Ein Leserbrief


Sparkasse Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Ich kenne dieses Sprichwort persönlich. Es heißt FRANK PRÖLL mit bürgerlichem Namen und wohnt Parterre links.
Pröll ist die geborene Opposition. In den Sechzigern war er gegen Alles zu haben. Anfang der Siebziger stabilisierte sich sein Zustand zunächst.
Als er jedoch vom Neubau einer Sparkasse auf dem Lindenplatz hörte, geriet ihm die Galle ins Gesicht. Er wurde grün, nicht nur politisch.
Sein stiller Protest beschränkte sich auf Teller nicht leer essen, Däumchen drehen oder Lernverweigerung, wofür er oft die heftigste Schelte bekam, worunter er sehr litt.
Nichts für ungut, aber die Zeiten sind rauh wie der Wind, die Beine behaart, und tief in der Donau fragt ein Karpfen einen Aal nach dem Weg zum Rhein.
Immer den Ölspuren hinterher, dann kommst du automatisch zum Rhein!, blubberte der Aal aus seinem Versteck heraus.
Der Karpfen bedankte sich recht herzlich. Er sucht fortan nach Ölspuren, nur weil er nicht weiß, das er ein Backfisch ist, der in Öl schwimmt.

Auf der Baustelle trägt sich im Moment nichts Wesentliches zu. Feinarbeiten am Loch, so könnte man sagen. Die Picker haben ausgepickt, die Erdbeben, nachgelassen. Mein Cappucino steht ruhig auf dem Tisch. Es ist, scheinst, vollbracht.
Ich habe mein Augenmerk daher Heute Nachmittag einmal mehr auf Kleinigkeiten am Rande gerichtet.
Die Schraubenkiste neben dem Besprechungscontainer hat mich, bei dieser großen Auswahl von Heute, besonders fasziniert.




Die Welt der Gewinde

Sparkasse

Ich war heute Morgen schon ziemlich früh auf Stange. Das will jetzt nicht heißen, ich sei ein Vogel, oder hätte einen, quasi als Auslagerungsdatei.
Dies zu sagen, ist hier Usus. Seis drum.
Wie es der Zufall so will, fand ich in der Dienstagsausgabe der Rheinischen Post, einen Leserbrief, der meine Kernaussage im Wesentlichen bestätigt.


Rheinische Post: Dienstag, 16.04.02

Bald ohne Sonne
(Auszug)

Bis zuletzt hatte ich gehofft, man könne sich anders entscheiden und den an sich guten Bau einem der vielen sich anbietenden Zwecke überlassen.
Aber das war eine Illusion. Die Destruktion fand statt. Ein für die kleine Stadt überdimensionaler gigantischer Flopp.
Fände das in New York statt, müsste man, den Dimensionen folgend, ganz Manhatten niederreißen.
Eine unerhörte Verschwendung, die Wiederholung einer Fehlplanung. Als ob man mit einer zweiten Untat, die erste wieder gutmachen könne. WOHLSTANDSGEWALT.......

Aber die Tat hat ihre Logik und Folgerichtigkeit: Der jahrzehntelangen Dekadenz des Denkens und Redens, folgt naturgemäß die Dekadenz des Handelns...
Hier Konstruktion, dort Destruktion, hier Himmel, dort Hölle, hier gönnt einer dem anderen was, dort keiner keinem...

Karl-Albrecht Müsers
Dompfaffstrasse 6


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