Ansichten einer Süchtelner Ratte

Streifzüge durch den niederen Rhein

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Tach auch!
Süchteln ist schön. Das wissen aber nur die Süchtelner. Süchteln, das klingt auch ein bischen nach Sucht, und irgendwie stimmt das sogar.
Wo Süchteln ist, ist schwer zu bestimmen, aber das ist den Süchtelnern egal. Hier geboren, hier gelebt und hier gestorben, das macht den Reiz Süchtelns gerade erst aus, zumal, wenn man irre wird, es hier eine vortreffliche Anstalt für Versager aller Sparten gibt.So bleibt man denn in jedem Falle zu Hause. Dumm gemacht und blind gelebt, das hält oft wie Pflaster auf einer Wunde, die nicht heilen kann. Hier reibt sich die Spekulation markant an dem Wissen, daß es auch anders gehen könnte. Man wird in der Folge bei lebendigem Leibe unwissend gemacht. Das ist die grösste Verirrung, die einem Menschen zu Lebzeiten je wiederfahren kann.
Noch schlimmer, es funktioniert.
Es gibt zwar keine Süchtelner Würstchen wie die Frankfurter sie beispielsweise haben, obwohl in Süchteln tatsächlich auch Hamburger wohnen, die man wiederum leider nicht essen kann.
Seis drum. Mein Name ist jedenfalls Ludger. Selbst den habe ich mir nicht aussuchen dürfen. Ich bin eine Ratte und wohne tief unter der Süchtelner Erde. Manchmal schaue ich auch raus aus meinem Bau. Dann wird mir übel, und die Leute sagen sofort, ich sei eine schlechte Ratte, als hätten sie geradezu auf mich gewartet, obwohl ich für die Provinz eigentlich gar nichts kann.
Ich bin für die Anderen quasi katalogisiert, sprich: vorab verurteilt, und ich glaube daran, wie jemand, der Gott nicht kritisieren darf.
Allein das Bewusstsein der Selbstlüge heilt, sofern man sie irgendwie beschreiben kann.
Sag es nicht, aber schreie es hinaus in die Nacht! Ich bin die Scham auf zwei Beinen am Ende der Lust. Mit Extase könnt ihr mir nicht kommen. Eigentlich schade.
ICH BIN AUCH EINER DIESER LÜGNER, das wagt sich aber keiner zu sagen.
Die Lüge ist Bestandteil meines Seins, das gar keines ist.
Ein Furz ist ein Furz, ist ein Furz. Um diese Erkenntnis ringe ich, seit Jahren...
Das Bewusstsein dessen schwindet allerdings bereits nach dem zweiten Bier in der Gluthitze des Mittags.
Ich bin Dichter!
Schöner kann die Wahrheit sich nicht gestalten!

Es folgen in loser Folge nun einige Beobachtungen aus dem hiesigen Sumpf.
Ich drehe halt am Rad. Ich weiß nur nicht, von welcher Geschichte, und alle sagen: Schreib nur nicht weiter! Wir könnten uns sonst erkennen!
So soll es sein, wenngleich mir auch ein wenig mulmig dabei zumute ist.
Wer ist jetzt feige? Die Wahrheit, oder ich.


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