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Ich kannte mal einen Spanier, der züchtete mit Vorliebe Katzen um ihre Jungen genussvoll in einer Regentonne zu ertränken. Was ihm dabei scheinbar gefiel, war die Hilflosigkeit dieser armseligen Geschöpfe, welche er zumeist zu Viert an den Hinterbeinen zusammenband. Derart gebunden tauchte er die Viecher, wie er sie nannte, an einer Leine, kopfüber in eine rostbraune Brühe und lachte über jede Luftblase, die oft schwerfällig aus ihr aufstieg. Besonders angetan war er von der Tatsache, dass die kleinen Katzen von ihrem bevorstehenden Tode zu wissen schienen, denn sie kreischten und zappelten wie unschuldige Ferkel, die man bei lebendigem Leibe auf den Spiess steckte. Ich war ausserdem vor einigen Jahren als Tellerwäscher in einem exotischen Restaurant beschäftigt. Dort lernte ich in einem Becken einen Hummer Namens Roberti de Luigo aus einem uralten Speisehummergeschlecht kennen, der sich mir allmählich zu öffnen begann:
Man wird mich bei lebendigem Leibe rücklings in einen Topf mit kochendem Wasser betten, weil sich dann mein Schwanz so schön appetitlich auf meine Brust legt! (sagt man!) Ich habe bei allem Nachdenken allerdings nie begriffen, ob das die katholische oder evangelische Art des Sterbens für den menschlichen Genuss ist. Ich bin ja schliesslich nicht Theologe! Irgendwann werden sie auch mich einfangen, bestialisch ermorden, um mich am Ende im Anzug bei klassischer Musik unter künstlichen Palmen auszulutschen als sei ich eine Delikatesse! Hernach wird in zumeist delikaten Hotelzimmern bei einer Flasche Champus für 50 Euro nach Herzenslust gefickt. Im Grunde ist der starke Trieb nach Meer des Menschen der Grund seiner Vernichtung. Ich war doch sehr erstaunt über die Weisen Worte des Hummers, zumal ich sah, wie behandschuhte Hände ihn soeben aus dem kalten Wasser zogen. Er sagte noch: Schau dir nur gut an, wie sie mich rücklings in den Topf werfen! Auf Nimmerwiedersehen! Dann verschwand der Hummer quasi nicht wie ein Taucher sondern wie ein Steiger über die Wasseroberfläche des Beckens in den brodelnden Topf, und aus der Küche vernahm man alsbald ein Brutzeln und das KLAPP des sich umschlagenden Schwanzes in dem kochenden Sud. Man kochte ausschliesslich mit Gas. Da geht das Sterben wegen der grösseren Hitze auch schneller. Eine ähnliche Technik funktioniert auch bei deutschen Rindern recht human... Schlafe mein Rindlein in seliger Nacht Du wirst halt nur um dein Leben gebracht Wir werden dich schmatzen vom Hirn bis zum Batzen Warum nicht die Katzen? (weil die immer so schön mit Mutti schmusen) ![]() (Durch die Betäubung bleiben dem Charolais-Bullen Schmerzen und Qual während der Schlachtung erspart) Um vielleicht einmal das Thema zu wechseln, ohne direkt ablenken zu wollen. In China hängen sie beispielsweise, ohne mit der Wimper zu zucken, lebendige Hühner auf dem Markt an wäscheleinigen Seilen auf. Dort müssen die Tiere über die Woche über Kopf verharren, bis sie verkauft und endlich geschlachtet werden. So hat man denn immer die Garantie der Frische.
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